blogeintrag vom 14. April 2016 - Kategorie: Muttersein.

Schlafen lernen - Wie der Weg zum Durchschlafen meiner Mutterschaft verändert hat

Ich möchte eine Geschichte mit dir teilen. Weil sie mich und meine Art, meine Kinder zu erziehen und damit mein Muttersein verändert hat. Ich glaube, dass ich zum Thema Babyschlaf etwas zu sagen habe. Weil ich mal sehr verzweifelt war und dann etwas tun musste. Und ich dadurch lernte, wie einfach alles sein kann. Wenn man ein paar Dinge über Kinder weiß, über die ganz Kleinen, und dann noch einigen wenigen Schritten folgt. Und ich sage es gleich – nein, ich habe meine Kinder nicht „geferbert“. Aber sie dennoch dazu gebracht, binnen kurzer Zeit in einer Art “Programm” zu lernen, wie sie durchschlafen.

Ich habe meine Erfahrungen und mein Recherchewissen für euch aufgeschrieben. Und weil es ein paar mehr Worten bedarf, hat diese Geschichte drei Teile. Heute veröffentliche ich den ersten Teil, nächste Woche dann die beiden weiteren. Und im dritten Teil erzähle ich dir von den für mich so wichtigen 9 Schritten, mit denen bei uns in der Nacht auf allen Seiten Ruhe einkehrte.

Den gesamten Artikel habe ich schon vor einigen Wochen geschrieben. Als mein Minimädchen noch schlecht schlief. Ich wollte ihn schon früher veröffentlichen, aber sie schlief schlechter und schlechter… Und dann habe ich erstmal gewartet, was wir daraus machen würden. Aber wir haben es auch dieses Mal gemeinsam mit unserem Kind geschafft. Zum zweiten Mal also. Auch sie schläft nun ganz schön toll. Und mit dieser Erleichterung im Rücken und dem festen Glauben an mein “Konzept” veröffentliche ich nun heute diesen Post.

Als ich Schlaflosigkeit nicht mehr aushalten konnte – unsere Geschichte und warum sie auch für dich relevant ist
Es war mal wieder eine dieser Nächte. Eine fast ganz ohne Schlaf. Ich fand zwischen den vielen und nur kurzen Stillpausen heute Nacht einfach nicht genug Ruhe, um in den Schlaf zu kommen. Zu nah schien mir die nächste Schlafunterbrechung. Und so lag ich da. Neben meinem schnaufenden Baby und wachte. Zum Glück kommt das nicht täglich vor. Und zum Glück muss ich zwischendurch nicht immer aufstehen und sie in den Schlaf tragen. Somit kann ich schwierige Nächte wie diese insgesamt ganz gut wegstecken.

Dass ich Schlaflosigkeit auch mal nicht mehr aushalten konnte, habe ich allerdings auch schon erlebt. Mit meinem Minijungen im ersten Lebensjahr. Das ist jetzt gerade erst eineinhalb Jahre her. Eine ziemlich kurze Zeit, ehrlich gesagt. Und dass da nun schon wieder ein Baby mit uns lebt, ist keineswegs ein schicksalhafter Zufall. Das habe ich hier auch schon einmal erläutert. Daher nehme ich diese neue Episode an Schlaflosigkeit ziemlich gefasst auf, denke ich. Unsere Kleine ist nämlich ein pflegeleichter Sonnenschein. Bei unserem Minijungen war das anders. Ein Sonnenschein zwar manchmal auch, pflegeleicht allerdings nicht so. Und in Sachen Schlaf war es ein echtes Desaster. Beides hat uns aber nicht davon abgehalten, die Familie zügig zu vergrößern. Und da muss man auch mit weiteren schlaflosen Nächten rechnen.

Unser Minimädchen ist nun sechs Monate alt. Das mit dem pflegeleichten Sonnenschein bezieht sich allerdings auf die Zeit, in der sie wach ist. Wenn sie schläft oder es zumindest sollte, ist es nicht ganz so easy. Tagsüber funktioniert Schlafen nur in der Trage und – seit sie vier Monate alt ist – auch im Kinderwagen. Nachts wacht sie sehr häufig auf, denn sie leidet – wie der Minijunge auch – unter starken Bauchschmerzen. Gehe ich nach der Zeit, die uns diese Beschwerden bei ihrem Bruder begleitet haben, wird es auch noch einige Monate so gehen. Und das geht so: häufiges Aufwachen, Aufschreien und nach der Brust suchen. Den Minijungen habe ich mit sechs Monaten nur noch tagsüber gestillt, damit der Darm Ruhe finden kann und nicht immer verdauen muss. Denn damit hat dieses Organ bei meinen Kindern leider ein Problem. Aber am Aufwachen und Schreien hat das leider nicht viel verändert. Zum Glück nahm der Minijungen einen Schnuller, der ihm gemeinsam mit meiner Nähe wieder in den Schlaf half. Oft trug ich ihn aber auch in den selbigen.

Das Minimädchen nimmt leider keinen Schnuller. Ich versuche es täglich aufs Neue. An alle, die jetzt sagen: „Oh, toll! Sei’ doch froh! Dann musst du ihr den Nuckel eines Tages nicht abgewöhnen.“ Nein, ich bin nicht froh. Im Gegenteil, ich würde eine Menge dafür geben, dass sie einen nähme. Denn inzwischen wacht sie nicht nur auf, wenn der Bauch drückt, sondern auch einfach nur so, weil sie phasenweise dauernuckelt und dabei immer wieder wach wird. Denn es ist dann so ein leichter, unruhiger Schlaf. Leider schlafen da nicht so kuschelig aneinander gekauert und ich merke gar nicht, wenn sie trinkt. Sie ist eine hektische Milchtrinkerin; sie ist laut, schlägt mit den Armen und schreit immer wieder zwischendurch auf. Und wird dadurch nervös und aufgeregt. Und das schwierigste daran: sie weckt sich damit oft selbst so richtig auf und bleibt dann lange wach. Und dann ist die Nacht kurz. Für uns beide. Wenn sie einen Schnuller hätte, könnte ich ihr das wieder Einschlafen ohne Milch einfach leichter machen. Aber es gibt eben auch bessere Nächte. Es ist nicht immer so, dass ich wach daneben liege. Manchmal hat sie längere Schlafphasen und dann tanke ich auf.

Mit dem Minijungen war alles schlimmer. Viel schlimmer. Auf dem Höhepunkt unseres Dramas schlief er maximal zwanzig Minuten am Stück und schrie schrill bei jedem Aufwachen. Das Minimädchen hat nur einmal in ihrem Leben schrill geschrien und da war sie ziemlich stark erkrankt. Insofern ist mit der Kleinen alles längst nicht so wild. Wild genug aber, dass ich mich heute dazu durchringe, diesen Artikel zu schreiben.

Kinder müssen das Schlafen erlernen
Ich habe eine These. Ich glaube, alle Kinder müssen schlafen lernen. Und ja – jedes (körperlich und seelisch) gesunde Kind das kann.

Das sehen vielleicht manche anders. Zumindest verstehe ich das so, wenn Mütter auf Blogs oder Foren sagen, dass ein Kind erst dann durchschlafen könne, wenn es dies “von allein” tue. Erst damit wäre gesichert, dass es dazu bereit sei. Ich denke, dass das bei manchen Babys und Kindern viel früher möglich wäre, als wir Mütter zulassen. Und dass es ihnen unglaublich guttäte. Weil ein ruhiger Schlaf so ein enorm wichtiges Grundbedürfnis ist. Für das Kind und auch für die Mutter. Ich glaube also, dass jedes Kind schlafen lernen kann und das häufig schon früher, als wir Eltern oft meinen. Mein Minimädchen kann es aktuell noch nicht. Sie wäre vielleicht von ihren entwicklungsseitigen Fähigkeiten und damit auch emotional schon so weit, aber sie hat häufig Bauchweh. Und Bauchweh muss betröstet werden. Ständig. Und zwar von mir, ihrer Mutter. Weil sie dabei nicht nur meine Nähe, sondern auch etwas zum Nuckeln benötigt, stille ich sie. Wenn es sein muss auch unzählige Male pro Nacht. Aber wenn ihre Bauchschmerzen in einigen Wochen ausgestanden sein werden (wir tun medizinisch schon seit Monaten viel dafür), werde ich ihr behutsam beibringen, wie Schlafen funktioniert. Weil ich nämlich sonst irgendwann an eine – an meine! – Grenze stoße.

Warum wir nicht darauf warten konnten, bis unser Kind von allein besser schlief
Das habe ich nämlich einmal zuvor erlebt. Mit dem Minijungen. Nach Monaten mit ganz wenig Schlaf folgte eine Woche fast ganz ohne. Am Ende dieser Woche, in der die Situation eskalierte, hat mein Körper einfach „Stopp“ gesagt und ich befand mich in einer Notaufnahme. Klar war dann, wir müssen jetzt handeln.

Und nun? Was kann man tun? Was hättest du getan? Wie hätte ich einfach weiter machen können mit den bekannten Glaubenssätzen: Irgendwann wird sich das schon einstellen. Irgendwann wird er von alleine schlafen. Wird er nachts weniger Nähe brauchen. Werde ich mich ausruhen können. Irgendwann… In unserem Fall galten diese Glaubenssätze nicht. Anders herum ausgedrückt: Bei vielen Kindern gelten sie sicherlich. Diese Kinder lernen das Schlafen sukzessive. Selbständig zu werden, sich abzunabeln, längere Schlafphasen zu haben. Und irgendwann durchzuschlafen. Einfach so. Ohne Training, elternseitiges Bücher wälzen, Foren befragen, Schreiambulanzen aufsuchen etc. In unserem Fall war es aber nicht so. Wir hatten unsere Grenze erreicht. Und wollten endlich handeln. Ich meine, klar, schlimmer geht es ja immer. Aber es war schlimm genug. Denn: ich fiel eine komplette Woche aus und konnte mein Kind nicht mehr versorgen. Mein Gehirn hatte aus Verzweiflung “den Notstand” ausgerufen und einen massiven Schwindel produziert. Eine Art Überlebensprogramm. Ich übergab mich von morgens bis abends, konnte nicht mehr laufen. Es war für mich und sicher auch den Minijungen schlimm. Wir hatten zu lang abgewartet und nichts getan, weil wir uns in einem Kreislauf aus Bauchweh und Unruhe befanden und keinen Ausweg sahen. Solange er Bauchweh hatte, gab es wohl auch keinen. Aber irgendwann hörten die Blähungen auf, aber wir fanden dennoch keine Ruhe. Weil der Minijunge das Schlafen nie gelernt oder wahrscheinlich in Teilen sogar verlernt hatte. Aber nun mussten wir etwas tun, also informierte ich mich, was das sein könnte. Antworten fand ich rasch.

Und das Ergebnis vorweg: es hat zwei Nächte gedauert, bis die Schlafphasen länger wurden und die sonst gewohnte nächtliche Wachphase von halb drei bis fünf Uhr allmählich kürzer wurde. Etwa sieben Nächte bis er durchschlief. Zwei Wochen bis er für immer durchschlief. Für immer. Nein, es gibt keine schlechten Phasen zwischendurch. Klar, kam ein Zahn, wachte er auf. Hatte er Fieber, wachte er auf. Hatte er eine schlimme Bronchitis, wacht er auf. Und wir natürlich für ihn da. Immer. Aber war/ist er gesund und kommt kein Zahn – dann schläft er. Jede Nacht. Immer. Auch während der Kita Eingewöhnung, bei leichtem Husten, Schnupfen…. Wirklich. Und es ist wunderbar. Für den Minijungen und für uns.

Wie wir das gemacht haben und welche drei wichtigen Erkenntnisse und Expertenratschläge uns dabei geholfen haben, erzähle ich dir im nächsten Teil.

(Anmerkung: Den Artikel habe ich wie gesagt vor einigen Wochen verfasst. Inzwischen nimmt unser Minimädchen schon seit einiger Zeit einen Schnuller und hat auch zum Glück keine Bauchschmerzen mehr. Daher fühlten wir uns sicher, mit dem “Schlafen üben” zu beginnen.)

12 Antworten auf “Schlafen lernen – wie der Weg zum Durchschlafen meine Mutterschaft veränderte und wie es auch bei euch klappen wird (Teil #1 von 3)”
  1. Ribanna

    Bin schon sehr auf die Fortsetzung gespannt. Gibt es denn schon Teil 2 und 3?

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    • Danke dir. Ich veröffentliche Teil zwei am Sonntag und Dienstag dann TEil 3. Für einen Post ist es einfach zu lang… Daher also ein wenig Spannung. 🙂

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  2. O, da bin ich auch gespannt! Ich habe nach dem 3. Kind meine Erklärung gefunden, aber da schlief sie schon durch 😉 Verrat ich Dir dann auch später.
    LG, Yvette

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  3. SchBlaBla

    Hallo, Ich folge Dir erst seit kurzem auf Facebook. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich “solche” Artikel ungerne lese. Ich bin in der Tat davon überzeugt, dass Kinder alles von Natur aus können, wenn die Zeit dafür reif ist. Allerdings habe ich mich auch nie in solch einer beschriebenen Situation befunden. Und wenn es negative gesundheitliche Konsequenzen für Mutter & Kind hat muss man natürlich handeln. Ich bin sehr neugierig & gespannt auf die nächsten beiden Teile.

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    • Hallo! Danke für deinen tollen Kommentar. Ich finde es schön, dass du trotz eigener anders lautender Überzeugung offen für eine andere (meine) Sichtweise bist.
      Ich habe es ganz genau so gesehen wie du. Und tue es in Teilen noch, betrachte es jetzt allerdings differenzierter. Ich hoffe, das wird in meinem weiteren Artikel auch deutlich. Die Erfahrung, die ich gemacht habe, war sicher extrem und hat in meinem Denken sehr vieles verändert. Und durch einen glücklichen Zufall habe ich dann eine wunderbare Kinderpsychologin kennen gelernt, die uns damals sehr geholfen hat, daran zu glauben, dass eine Besserung möglich ist und sein muss. Mit happy end!

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      • SchBlaBla

        Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Ich finde kein Mensch hat einen anderen Menschen für seine Entscheidungen zu be- oder verurteilen. Jeder Mensch hat seine Gründe warum man einen bestimmten Weg einschlägt. Und ich bin der felsenfesten Überzeugung dass fast jede Mutter nur das beste für ihr Kind möchte. Daher gehe ich immer davon aus, dass auch wenn ich es anders sehe oder handhabe es nichts schlechtes ist, wenn andere Mütter andere Wege einschlagen. So. Und da meine Tochter jetzt eingeschlafen ist lese ich mir den zweiten Teil durch. 😉

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        • Danke dir. Ich bin gespannt, was du denkst. Schreib doch gern wieder, wenn du magst! Liebe Grüße.

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  4. mona

    Ich bin wirklich sehr gespannt denn auch mein kleiner großer (08/12) schläft immer noch nicht gut und ich habe keine Erklärung dafür!

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    • Danke dir, liebe Mona! Aber ich habe eine mögliche… Warte Teil zwei und Teil drei ab – ich glaube sehr an meine “Recherchen” und Erfahrungen und hoffe, dass ich möglichst vielen Müttern helfen kann. Und euch hoffentlich auch.

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  5. Alexandra Masraty

    Bin gespannt auf Teil 2

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