blogeintrag vom 10. Dezember 2018 - Kategorie: Mini Interior.

GLÜCKLICH WOHNEN IM KINDERZIMMER

Warum ist ein schönes, liebevolles Kinderzimmer eigentlich so wichtig für dein Kind? Lohnt es sich eigentlich, sich bei der Gestaltung Mühe zu geben und warum ist das so? Das erzählt dir heute Wohnpsychologin Dr. Barbara Perfahl.

Seit 2009 beschäftigt sich Barbara mit dem Einfluss von Räumen auf unser Wohlbefinden und der Frage nach optimaler Raumgestaltung. Schon als Kind war sie begeistert vom Thema “Wohnen” und hat sich mit der Kombination aus Psychologie und Wohnen inzwischen ihren Traumjob erschaffen.

Mit mir hat Barbara unter anderem über die Bedeutung des Kinderzimmers für eine glückliche Kindheit gesprochen und erläutert, was in einem Kinderzimmer aus wohnpsychologischer Sicht auf keinem Fall fehlen darf. 

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Liebe Barbara, “Wohnpsychologie” – was ist das genau und wieso ist das Thema gerade für Eltern, die sich mit Kinderzimmereinrichtung beschäftigen, relevant?

Foto Barbara PerfahlDie Wohnpsychologie ist ein Spezialgebiet innerhalb der Psychologie, das sich mit der wechselseitigen Beziehung zwischen dem Menschen und seinem Wohnumfeld beschäftigt. Es geht also um die Frage, wie uns unsere Wohnräme beeinflussen und wie wir sie ideal gestalten.

Genau wie wir Erwachsene, verbringen Kinder einen nicht unerheblichen Teil ihrer Lebenszeit in der Wohnung und gerade auch im Kinderzimmer. Insofern ist das Thema auch für die Beschäftigung mit der Kinderzimmereinrichtung spannend. Zudem entwickeln sich Kinder ja in der Auseinandersetzung mit ihrem Umfeld, sie nutzen die Räume und Dinge darin, um die Welt zu erforschen und zu begreifen – im wahrsten Sinn des Wortes. Insofern ist das Kinderzimmer ein sehr wichtiger Ort für ein Kind und sollte auch die verschiedenen Bedürfnisse erfüllen, die ein Kind an sein Zimmer hat.

Glücklich wohnen im Kinderzimmer

Worauf sollten Eltern unbedingt achten, wenn Sie das Kinderzimmer einrichten? Welche Aspekte sind aus wohnpsychologischer Sicht denn besonders wichtig für ein glückliches Aufwachsen im Kinderzimmer?

Das Kinderzimmer muss verschiedene Funktionen erfüllen, die eben den Bedürfnissen des Kindes entsprechen. Die drei wichtigsten Funktionen sind Rückzug bzw. Erholung, Lernen und Spielen. Für jede dieser Funktionen sollte es auch einen eigenen Bereich im Kinderzimmer geben, der so gestaltet ist, dass er das Kind bei seinen Aktivitäten oder in seinem Bedürfnis nach Rückzug unterstützt. Dabei sollte der Raum in der Gestaltung zwar flexibel sein – denn die kindlichen Bedürfnisse ändern sich mit der Zeit und genauso seine gestalterischen Vorlieben – aber trotzdem einen stabilen Bezugspunkt bilden. Zu häufiges Umräumen oder Umgestalten oder häufiger Wechsel der Zimmer ist da nicht ideal.

Mir fällt auf: Kinderzimmereinrichtung als solches ist ein richtiger Trend geworden. Jedes Jahr vergrößert sich das Angebot an Herstellern und Shops, auf Instagram gibt es große Kinderzimmer-Gewinn-Challenges, auch „Pinterest“ ist voller Fotos aus Traumkinderzimmern. Was meinst du – warum ist das so? Welche Rolle spielt die Aufgabe „Kinderzimmereinrichtung“ denn eigentlich vielleicht auch für die Eltern?

Das Thema Wohnraumgestaltung und Einrichten ist insgesamt ein absolutes Trendthema. Denn hier können wir unser Bedürfnis nach Gestaltung der Umwelt ausleben. Und auch unsere ästhetischen Bedürfnisse erfüllen wir uns auf diese Weise. Beim Kinderzimmer verbinden sich diese Aspekte mit dem Element der Fürsorge. Denn wir wollen für unsere Kinder nur das Beste. Manchen Eltern ist es außerdem ein Anliegen, ihre Kinder in ästhetischer Hinsicht bilden zu wollen. Im Übrigen eine Idee, die auch eine Entsprechung in der Forschung hat. Es gibt Studien, die darauf hindeuten, dass sich die Grundlagen für ästhetische Vorlieben schon in recht frühem Kindesalter herausbilden.

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Gerade weil also insbesondere Mütter sich immer häufiger mit viel Liebe und Leidenschaft um die Kinderzimmergestaltung kümmern: Wieviel Einmischung ist aus Kindersicht denn förderlich? Ab welchem Alter sollte ein Kind denn aktiv mitgestalten und entscheiden dürfen? Und in welchem Ausmaß?

Spätestens im Kindergartenalter wollen Kinder zumindest Aspekte ihrer Umgebung mitgestalten – oft sogar schon früher. In dem Moment, wo Kleidung nach Farben ausgesucht wird, wird oft auch die Wohnumgebung farblich gestaltet oder zumindest nach ästhetischen Aspekten beurteilt. Sobald das Kind Wünsche für die Gestaltung äußert, sollte man es auch mit einbinden. Anfangs nur in Details, später dann auch bei Fragen nach Raumaufteilung oder dem Gestaltungskonzept. Den Rahmen sollten aber bis zum Jugendalter immer die Eltern vorgeben, denn das Zimmer muss ja eben bestimmte Funktionen erfüllen. Eine große Räuberhöhle ist zwar vielleicht toll zum Spielen oder als Rückzugsbereich, aber vielleicht nicht so günstig für Lernen und Hausaufgaben…

Was sagst du zu einem der großen Trends – dem Monochrom-Stil, eine minimalistische Auslegung des skandinavischen Einrichtungsstils? Befürworter-Eltern begründen dies oft mit so vermiedener Reizüberflutung ihrer Kinder. Was sagst du als Expertin dazu? Lässt sich der Trend aus wohnpsychologischer Sicht überhaupt kindgerecht umsetzen? Und wenn ja, wie?

Ich finde ja: Nicht zu viel und nicht zu wenig – auch und gerade, was die Reizintensität angeht. Die meisten Kinderzimmer sind diesbezüglich eher zu überladen. Der Monochrom-Stil wird aber oft so umgesetzt, dass die Räume zu reizarm gestaltet werden. Es gibt ja noch was zwischen Reizüberflutung und schwarz-weiß. Gerade Farben spielen in der kindlichen Wahrnehmungswelt eine große Rolle. Insofern sehe ich im Monochrom-Stil oft eher das elterliche Bedürfnis nach konsequenter Gestaltung aller Wohnräume gespiegelt. Im Kinderzimmer Zonen zu schaffen, die farblich einheitlich und ruhig sind, aber zumindest eine Zone, wo auch Farben wirken dürfen, wäre aus psychologischer Sicht ideal.

Liebe Barbara, herzlichen Dank für dieses spannende Interview!

 

book coverHier noch ein paar Worte zu Barbaras Buch “Ein Zuhause für die Seele“: Das Buch gibt einen Überblick über die Fragen, mit denen sich die Wohnpsychologie beschäftigt. Es beschreibt, welche Macht Räume über uns haben und warum Wohnungen manchmal nicht richtig passen. Es zeigt, wie wichtig Wohnbedürfnisse und die persönliche Wohngeschichte sind. Beim Einrichten sind es oft die kleinen Dinge, die deutlich spürbare Verbesserungen bewirken, die vielleicht sogar große Änderungen bedeuten. Man muss nur wissen, welche Veränderungen es sind, die einem gut tun. In fünf Schritten führt einen das Buch näher an das eigene Wohlfühl-Zuhause. Bestellbar hier über amazon.de (Partner-Link).

Hier kannst du außerdem mehr über Barbara erfahren.

Foto ganz oben: Oksana Bondar / Adobe Stock

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